Interview

Wormser Zeitung, 28.04.2015

„Vielseitig und für alle wichtig“

BILDUNGSWOCHE
Veranstalter ziehen positives Fazit / Nachdenken über Fortsetzung

WORMS – Mit dem Hochschulinformationstag ist die erste Wormser Bildungswoche zu Ende gegangen. Initiiert wurde sie von Jörg Haubold, dem pädagogischen Berater des Alisa-Zentrums. Wir zogen mit ihm eine erste Bilanz.

Herr Haubold, wie ist die Bildungswoche aus Sicht des Veranstalters gelaufen?
Ich kann nur sagen: gut bis sehr gut, ich bin voll zufrieden. Zum ersten Mal haben in dieser Woche so viele unterschiedliche Organisationen in Sachen Bildung zusammengearbeitet und sich und ihr Angebot präsentiert. Es war wahrlich eine proppenvolle Woche.

Lässt sich ein Fazit, eine Art Ergebnis dieser Woche festhalten?
Das Wesentliche aus meiner Sicht ist: Das Thema Bildung wurde in diesen Tagen in aller Öffentlichkeit als das erkannt, was es ist. Es ist ausgesprochen vielseitig, hoch interessant und extrem wichtig. Genau darum ging es dem Organisationsteam ja auch. Zu zeigen, dass Bildung für alle etwas zu bieten hat und alle interessieren sollte. Und dass eine Woche lang auf die unterschiedlichste Weise über Bildung gesprochen und diskutiert wird.

Waren Sie mit dem Publikumsinteresse zufrieden? Nicht alle Veranstaltungen waren ja rappelvoll.
Sicherlich können wir da an der ein oder anderen Stelle noch dazulernen. Aber es war ja ein völlig neues Format für Worms, da darf man die Erwartungen auch nicht zu hoch stecken. Aber trotzdem: Etwa beim Tag „Sport macht schlau“ in der Kaiser Passage oder beim Tag der Gymnasien unter dem Motto „Fit für die Zukunft“ war sehr viel los. Und all jenen, die nicht gekommen sind, kann ich nur sagen: Sie haben etwas verpasst.

Was hat Sie besonders überrascht in dieser Woche?
Ich war sehr beeindruckt von jenen, die nichts geschenkt bekommen haben und die es trotzdem geschafft haben. Da war zum Beispiel beim Hochschultag ein junger Mann, dessen zu uns eingewanderte Eltern noch Analphabeten sind, der aber über Hauptschule, Realschule und berufliches Gymnasium zum Studium gekommen ist. Das hat auch gezeigt, dass unser Bildungssystem sehr wohl viele Möglichkeiten bietet. Wir sind weiter aufgefordert, gerade diejenigen zu unterstützen, die eben keinen guten Start von Hause aus haben.

Wie hat die Politik auf die Bildungswoche reagiert?
Die kommunale Politik hat insbesondere in Person des Bildungs- und Sozialdezernenten Waldemar Herder die Bildungswoche begleitet. Und wir haben in dieser Woche gezeigt, dass Bund, Land und Stadt zusammenarbeiten müssen, damit sich die Bildungslandschaft gut entwickeln kann.

Es war immer von der „ersten“ Wormser Bildungswoche die Rede. Darf man daraus schließen, dass es eine zweite geben wird?
Natürlich werden sich die beteiligten Organisationen nun zusammensetzen und die Woche noch einmal detaillierter analysieren. Es waren ja rund 20 Bildungsträger in der Vorbereitung und in der Ausführung beteiligt. Aber es lässt sich schon jetzt sagen, dass in den vergangenen Tagen so viele neue Ideen entstanden sind, dass es sicherlich etwas als Fortsetzung geben wird. Ob dies dann in derselben Form wie die Bildungswoche sein wird, werden wir noch zu diskutieren haben.

Das Interview führte Johannes Götzen.

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